Gaslighting

Wie die eigene Wahrnehmung so lange infrage gestellt wird, bis man dem eigenen Urteil zuerst misstraut.

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Kurz gesagt

Wie ein Kompass, an dem heimlich gedreht wird, während man immer noch glaubt, selbst zu navigieren.

Definition

Die eigene Wahrnehmung wird systematisch infrage gestellt, bis man der eigenen Erinnerung, den eigenen Sinnen, dem eigenen Urteil nicht mehr traut. "Das habe ich nie gesagt." "Du bildest dir das ein." "Du übertreibst wieder."

Wie zeigt sich das?

  • Abstreiten von Dingen, die nachweislich passiert sind, auch wenn Beweise vorliegen.
  • Die eigene Reaktion wird als überzogen, verrückt oder krankhaft umgedeutet, statt als verständliche Antwort auf das Geschehene.
  • Viele kleine Korrekturen der Erinnerung, keine einzelne große Lüge, das macht es schwer, den Punkt zu benennen, an dem es begann.

Warum das so wirkt

Es ist nicht ein großer Bruch, sondern viele kleine. Irgendwann fragt man sich selbst zuerst "Vielleicht habe ich das falsch verstanden", bevor man dem eigenen Empfinden traut. Der Name kommt vom Theaterstück Gas Light (später verfilmt): ein Mann lässt im Haus heimlich das Gaslicht schwächer werden und behauptet seiner Frau, sie bilde sich das nur ein — bis sie an ihrem eigenen Verstand zweifelt.

Das Ziel

Die eigene Realität durch die des anderen ersetzen. Wer der eigenen Wahrnehmung nicht mehr traut, braucht den anderen als Maßstab dafür, was wirklich passiert ist.

Der Unterschied zu einer normalen Meinungsverschiedenheit

Bei einer normalen Meinungsverschiedenheit sagt der andere: "Ich hab das anders erlebt." Bei Gaslighting sagt er: "Das, was du erlebt hast, gab es nicht." Der erste Satz lässt zwei Wahrheiten zu, der zweite löscht eine davon.

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