Emotionale Abwertung

Eine von drei Abwertungs-Taktiken, sortiert nach dem Ziel — hier: das Gefühl.

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Kurz gesagt

Nicht die Sache wird bestritten, sondern das Recht, überhaupt so darauf zu reagieren.

Definition

Nicht die Aussage selbst wird widerlegt, sondern die Art, wie sie vorgebracht wird, die Reaktion des Gegenübers gilt als zu stark, unpassend oder übertrieben. Der Inhalt der Kränkung oder Grenze wird so nie besprochen, weil das Gespräch schon bei der Frage stehenbleibt, ob man überhaupt "so empfindlich" sein darf.

Wie zeigt sich das?

  • Direkt als Etikett: "Du bist einfach zu empfindlich" fast wortgleich in mehreren unabhängigen Quellen.
  • Als Vorwurf der Übertreibung: "Du übertreibst doch."
  • Als rückwirkende Entwertung: "Das war doch nicht ernst gemeint, wer das ernst nimmt, übertreibt."

Warum das so wirkt

Die betroffene Person hört auf, sich zu fragen, was passiert ist, und fängt an, sich zu fragen, ob ihre eigene Reaktion legitim war. Mit der Zeit wird jede Grenze vorab abgewogen, nicht "ist das okay für mich", sondern "reagiere ich gerade übertrieben". Das eigene Gefühl wird zur Fehlerquelle, nicht mehr zur verlässlichen Information.

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