Egal wie viel du gibst, es reicht nie

Wann ist genug genug?

Das Handy liegt neben deinem Teller.
Du wolltest eigentlich nur essen.
Dann kommt die nächste Nachricht.
Erst geht es darum, wie wenig Zeit du angeblich für deinen Partner hast. Um Minuten. Wie oft. Wie lange. Wie viel.

Und dann steht da:

„Egal wie viel du gibst, es reicht nie.“

Du liest den Satz noch einmal.
Der Magen zieht sich zusammen.
Weil plötzlich alles, was du geben könntest, schon zu wenig klingt.

Aber da stimmt etwas nicht.
Da wird über Mengen gesprochen.
Über mehr und weniger.
Das ergibt nur Sinn, wenn die Menge einen Unterschied macht.

Und gleichzeitig heißt es:

Egal wie viel.

Siehst du den Riss?

Entweder macht mehr einen Unterschied.
Oder es ist egal, wie viel es ist.
Der Satz will beides gleichzeitig.

Er funktioniert wie ein Fass ohne Boden.
Du kannst Zeit hineingießen.

  • Aufmerksamkeit.
  • Ein Gespräch.
  • Noch mehr Zeit.

Und der Satz kann trotzdem jedes Mal sagen:

Nicht genug.

Vielleicht ist das, was du gerade gibst, tatsächlich zu wenig.
Vielleicht nicht.

Das lässt sich aus diesem Satz nicht entscheiden.
Denn er sagt nicht, wann genug wäre.

Er erklärt nur jede mögliche Menge schon vorher für verloren.

Und genau deshalb ist dieser Satz kein Beweis dafür, dass mit deinem Geben etwas nicht stimmt.

Er ist ein Satz ohne erreichbares Genug.

Und vielleicht darf dieses Fass einfach stehen bleiben.

Schnelltest